Danke für die ausführliche Erklärung, die ich weitgehend auch als Mädchen nachvollziehen kann,
Aber ein paar Fragen sind doch noch offen ...
Funktion der KGE bei einem Verbrennungsmotor mit Turbolader
Im Saugrohr herrscht nur dann Unterdruck, wenn der Turbolader keinen Ladedruck erzeugt, d.h. beim "Gas" wegnehmen.
Damit beim "Gas" geben der Ladedruck nicht in das Kurbelgehäuse gelangt, sitzt in der KGE eine Membran, die als Rückschlagventil funktioniert. Vereinfacht können bei Unterdruck im Saugrohr die Blowby-Gase abgesaugt werden und bei Überdruck gelangt dieser nicht ins Kurbelgehäuse.
Die eben erwähnte Membran ist gerissen und ließ Überdruck ins Kurbelgehäuse und führte dazu, dass dieser Überdruck über andere Öffnungen (z.B. Kurbelwellendichtringe) mit einem pfeifenden / kreischenden Geräusch abgebaut wurde.
Der Abbau des Überdrucks im Kurbelgehäuse kann an den verschiedensten Stellen erfolgen. In Frage kommen der Ölpeilstab, die gerissene Membran der KGE selbst oder die beiden Kurbelwellendichtringe. Und je nachdem, an welcher Stelle der Druckabbau durchgeführt wurde und auch stark abhängig von der Höhe des Drucks der abgebaut werden musste, gibt es die Geräusche oder auch nicht.
... z. B. warum nicht nur das Pfeifen aufgehört hat, wenn man das Auto nach einigen hundert Metern Fahrstrecke angehalten, aus- und wieder eingeschaltet hat, sondern auch keine entsprechenden Fehlermeldungen mehr angezeigt wurden.
Es könnte zwar sein, dass der Überdruck dann durch einen 'geräuschlosen' anderen der von dir beschriebenen Wege entwichen ist, aber da gewesen ist er ja dann trotzdem und das hätte doch dann zumindest im Cockpit angezeigt werden müssen, oder nicht?
Weil es in Cuxhaven keinen Opel-Vertragspartner gibt, hatte ich zunächst Sorge, das pfeifende Auto selbst die 25 km zu fahren und habe überlegt, lieber den ADAC kommen zu lassen. Nachdem wir gemerkt haben, dass die Pfeiferei nach kurzer Zeit mit einem Neustart abschalten lässt, haben wir die Fahrt dann riskiert, was sich dann dank der hilfsbereiten Mitarbeiter dort auch als richtig erwiesen hat.
Aber hätten wir - nur mal so (als Mädchen) gefragt - so auch die knapp 400 km zurück nach Hause schaffen können? Das war nämlich auch ein kurzer Gedanke ...
Eine andere Frage ist die nach der Ursache des Defektes. Mir wurde ja in der Werkstatt gesagt, dass dort vergleichbare Schäden bei so geringen Kilometerständen nur bei Hybrid-Fahrzeugen aufgetreten sind und dass ein Zusammenhang mit den bei diesen Fahrzeugen überdurchschnittlich häufigen Kaltstarts gesehen wird. Genau die versuche ich aber schon seit ich das Auto habe aber so gut wie möglich zu vermeiden. Dafür habe ich ja extra ein Zusatzinstrument zur Temperaturüberwachung einbauen lassen und achte durch die Wahl des Fahrmodus extrem genau darauf, dass der Benziner, wenn er sich einschaltet, auch immer eine 'gesunde' Betriebstemperatur erreicht. Wie ich das mache, habe ich ja schon mehrfach hier im Forum beschrieben. Außerdem kippe ich dank eurer Hinweise ja auch regelmäßig einen speziellen Motorsystemreiniger in den Tank. Und jetzt war das alles 'für die Katz'?
Übrigens ist, da Ihr so schnell reagiert habt, nicht mit Folgenschäden zu rechnen. Selbst die gegen mechanische Berührung relativ empfindlichen Kurbelwellendichtringe vertragen diesen "Missbrauch" als Pfeifinstrumente in der Regel klaglos.
Vorsorglich wechseln würde ich beide nicht. Und vorsorglich würde auch bedeuten "auf eigene Kosten".
Beim in Fahrtrichtung rechten Dichtring ist der Aufwand für den Wechsel noch überschaubar (Abbau der Keilrippenriemenscheibe mit allen Folgearbeiten).
Beim in Fahrtrichtung linken Dichtring muss für den Wechsel das Getriebe und beim H2 auch der E-Motor ausgebaut werden.
Da bei der regelmäßigen Fahrzeuginspektion eben auch der Antriebsstrang auf Undichtigkeiten kontrolliert wird, würde ich mich auf diese Inspektionen verlassen.
Das gibt mir eine gewisse Beruhigung, aber da im Oktober meine Flexcare-Garantieverlängerung ausläuft, würde ich bei der vorher noch fälligen Inspektion doch gerne alles besonders genau checken lassen.
Was sind denn die Knackpunkte auf die ich dann hinweisen muss? Also wo soll meine Heimatwerkstatt bei der Wartung mal besonders genau hinschauen?
Wenn die über die defekte Membran entwichene Luft ölhaltig war, müssten dann nicht auch Ölspuren irgendwo im Motorraum sichtbar sein? Falls ja, kann das ggf. Folgeschäden 'verschleiern' weil Folgeundichtigkeiten dadurch übersehen werden können? Eine Motorwäsche ist offensichtlich nicht gemacht worden, aber auf den ersten Blick sehe ich auch keinen 'verdächtigen' Ölfilm im Motorraum.
Irgendwie hat mich das Ganze schon ein bisschen verunsichert ...
Ich liebe den GLX wirklich sehr, aber vielleicht fange ich doch vorzeitig an, mich nach einem vollelektrisch betriebenen Nachfolger umzusehen ...
Grüßle, Sami 🌈🕊️