Mir erscheint der eingangs verlinkte Beitrag sehr suspekt und die Erwähnung der DUH im Beitrag macht daran nichts besser.
Unglaublich, dass sich die Tagesschau an solchen unqualifizierten Hetzjagden beteiligt.
Was die verlinkte Meldung im Start-Thread betrifft teile ich deine Meinung, und dass die Tagesschau das so ungefiltert übernimmt, entspricht normalerweise nicht ihrem Niveau.
Der Bericht ist reißerisch formuliert und fasst die Ergebnisse der Studie als effektheischende Panikmache zusammen, ohne auf wichtige Einzelheiten einzugehen.
Die Studie selbst muss man aber differenzierter sehen. Die daran beteiligten Institute gehören allesamt zu den relevanten Akteuren für angewandte wissenschaftliche Forschung und Beratung in Deutschland, insbesondere in den Feldern Energie, Klima, Umwelt, Wirtschaft und Politik. Die Fraunhofer-Gesellschaft und das Öko-Institut zählen unter ihnen zu den am breitesten anerkannten Einrichtungen mit großer Sichtbarkeit in Wissenschaft und Politik. Prognos hat sich über Jahrzehnte als starker Daten- und Analysepartner etabliert, während ifeu, IREES und GWS wichtige spezialisierte Beiträge leisten.
Die DUH hat die Studie nur kommentiert und war an der Ausarbeitung nicht beteiligt.
Ich würde mich gerne näher damit beschäftigen, weiß aber nicht, ob und ggf. wann ich dazu wirklich komme.
Immerhin habe ich in einer ersten Durchsicht eine - für die Opel-Fraktion - beruhigende Information gefunden: von den in die Studie eingeflossenen insgesamt 980.754 Fahrzeugen hatten nämlich nur 9.004 - ca. 0,9% - den Blitz im Markenzeichen. Wesentlich geprägt - mit einem Gesamtanteil von ca. 50% . wurde die Studie durch die Fahrzeuge von Mercedes-Benz (ca. 23,9%), Volvo (ca. 16,6%) und BMW (ca. 11,0%).
Nach meiner Einschätzung sind das die bevorzugten Firmenwagen-Marken, bei denen die Fahrprofile für die Anschaffung nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Private Käufer achten darauf sorgfältiger und erreichen dann auch entsprechend akzeptable Verbrauchswerte.
Im Übrigen erinnere ich daran, dass die in den Hochglanzprospekten Verbrauchswerte von Fahrzeugen aller Antriebsarten ja oft mit den Erfahrungen der Praxis nicht übereinstimmen.
Dass es durchaus vorkommt, dass ein Hersteller für seine (Hybrid-)Fahrzeuge mit zweifelhaften Attributen wirbt (bzw. geworben hat), habe ich ja damals auch hier im Forum hier schon thematisiert, als Katy sich ihren Weißen Hai bestellt hat. Der Porsche Cayenne Turbo S eHybrid mit 750PS wurde bei der Bestellung nämlich ernsthaft als 'die umweltfreundliche Alternative' angepriesen, sollte ursprünglich mit einer Akkuladung 75 km weit kommen, was bis zur Abholung auf 'bis zu 45 km' korrigiert wurde und sich in der Praxis auf 10 bis maximal 25 km realisieren lassen hat.
Aber solche Autos kauft man sich ja nicht, weil man die Umwelt schützen will ...
Ich finde es durchaus ok, wenn die staatliche Förderung sich auch an der Motorleistung orientiert und übermotorisierte Fahrzeuge davon ausgeschlossen werden.
Die Studie greift ja auf Fahrzeugdaten zurück, die die Autos über ihre gesamte Lebensdauer sammeln und an die Hersteller melden. Da frage ich mich, warum diese Daten eigentlich nicht auch den Kunden zugänglich sind. Gerade die genauen Verbrauchsdaten sind schließlich nicht uninteressant. Das, was uns von Opel in Info-Display und Touchscreen, sowie in der MyOpel-App angeboten wird ist angesichts der offenbar totalen Überwachung da doch recht spärlich.
Gerade bei Hybrid-Modellen ist die Erfassung der exakten anteiligen Verbräuche nur mit großem Aufwand möglich. Wenn die Autos diese Daten auswertbar erfassen, sollten die Kunden von diesen Informationen auch profitieren dürfen.
Grüßle, Sami 🌈🕊️