Hallo Opelaner1970
für die in den Prospekten angegebenen Werte sind die genormten Testverfahren maßgeblich. Wie das im Einzelnen ermittelt wird, kann ich dir leider nicht erklären, aber man findet darüber sicher genauere Informationen in den Tiefen des Internets. Professor Google ist bei der Suche gerne behilflich ...
Die tatsächlichen Verbrauchswerte im Hybridbetrieb hängen sehr stark von den persönlichen Umständen ab und sind untereinander kaum seriös vergleichbar. Der 'reine' Sprit- und Stromverbrauch ist für normale Fahrzeugnutzer - d. h., für Nutzer, die nicht über Labormessgeräte zur Verbrauchsmessung verfügen - nur messbar, wenn sichergestellt ist, dass auch wirklich nur die Energiequelle verwendet wird, deren Verbrauch gerade gemessen werden soll. In der Alltags-Praxis ist das aber leider nur schwer durchführbar.
Bei meinem GLX-H2 kann ich den reinen Verbrennerbetrieb erzwingen, indem ich den Fahrmodus auf 'Sport' einstelle. Man könnte in dieser Einstellung mit vollem Tank eine Teststrecke abfahren und durch anschließendes Nachtanken den real verbrauchten Sprit ermitteln und auf die gängige Kenngröße von l/100km umrechnen. Auch so ein Versuch gibt ist aber nur eine 'Momentaufnahme' und gibt nach meiner Einschätzung kein realistisches Bild allgemein gültige Erkenntnisse wieder. Immerhin hat man dann aber eine Größenordnung zur Orientierung.
Beim Elektrobetrieb ist es noch schwieriger. Die Einstellung des Fahrmodus auf 'Elektrisch' verhindert nämlich nicht, dass der Verbrenner gelegentlich mitläuft, was man im Übrigen kaum bemerkt, wenn man nicht - so wie ich - einen Drehzahlmesser als Zusatzinstrument eingebaut hat. Die Gangzahlanzeige im Infodisplay ist zwar immer ein sicheres Anzeichen dafür, dass der Verbrenner läuft, aber er läuft manchmal eben auch mit, ohne dass er als Antrieb genutzt wird und das erkenne ich nur daran, dass im Zusatzinstrument eine Drehzahl angezeigt wird.
Ohne Messgeräte kann eine exakte Angabe der für die Elektro-Fahrt verbrauchten Akku-Kapazität keine verlässliche Aussage gemacht werden. Wie die Angaben im Info-Display, im IntelliLink, sowie in der ggf. eingesetzten MyOpel-App ermittelt werden entzieht sich meiner Kenntnis und ich fürchte, dass darüber auch unter Mithilfe von Professor Google keine weiteren Informationen ermittelt werden können.
Ob andere Apps zuverlässige Hilfsmittel sind, kann ich nicht beurteilen. Ich verwende die App von Tronity zur Fahrtaufzeichnung. Dabei werden Anfangs- und Endstand der Akkukapazität zu jeder Fahrt mitgeteilt, aber wie zuverlässig diese Werte sind ... Ein Vergleich mit den Anzeigen im Fahrzeug - insbesondere mit der analogen Kapazitätsanzeige - ist m. E. wegen zu starker Abweichungen nicht möglich. So habe ich z. B. mehrfach beobachtet, dass der Zeiger auf Null stand, die TronityApp mir aber noch 20% Kapazität angezeigt hat (und das Auto tatsächlich noch elektrisch fahren konnte, wenn auch nur im Fahrmodus 'Hybrid').
Da ich in aller Regel meine alltäglichen Touren elektrisch zurücklegen kann und die Aufladung des Akkus für mich fast ausschließlich kostenlos möglich ist, berechne ich als vereinfachende Kenngröße zur Kostenkontrolle lediglich den Benzinverbrauch 'über alles'. Damit meine ich, dass ich nach jedem (Benzin-)Tankvorgang den Gesamtkilometerstand mit der bis dahin kumulierten Benzinmenge ins Verhältnis setze.
Aufgrund meiner persönlichen Fahr- Tank- und Ladegewohnheiten wirken sich in dieser Rechnung praktisch nur die Langstrecken aus. Aktuell beträgt mein 'Gesamtbenzinverbrauch über alles' daher ca. 3,5 l/100km.
Bei einer Anfang Mai durchgeführten, insgesamt ca. 2.600 km langen Italienreise haben wir einen (Benzin-)Verbrauch von ca. 6,5 l/100km ermittelt. Dabei haben wir allerdings mehrfach den Akku mittels der sSave-Funktion mit dem Verbrenner aufgeladen und sind außerdem die jeweiligen Start-Etapppen von Hin- und Rückreise mit vollen Akkus elektrisch gefahren.
Ich hoffe, mit diesem Beitrag nicht mehr Verwirrung gestiftet zu haben als Nutzen ... ![]()
Grüßle, Sami 🕊️