Batterietestergebnisse richtig auswerten
Batterietest
25. Mai 2018
Das Testen von Autobatterien ist bei konventionellen Starterbatterien (SLI) eine schnelle Sache. Bei Batterien für Start-Stopp-Systeme gibt es allerdings deutlich mehr zu beachten.[,,]
Test und Bewertung einer konventionellen Nassbatterie
[,....] Bei einer vollständig geladenen Starterbatterie beträgt die Ladespannung rund 12,8 Volt. Sinkt die Ruhespannung auf unter 12,4 Volt, muss die Batterie nachgeladen werden.
Test und Bewertung einer Batterie für Start-Stopp
Bei einer AGM- oder EFB-Batterie ist der Batterietest umfassender, da die Anforderungen an diese speziellen Batterietechnologien komplexer sind. Diese Batterien sind häufigen Startvorgängen und ständigen Teilentladungen ausgesetzt. Durch die elektrischen Verbraucher, die von der Batterie auch bei stillstehendem Motor zu versorgen sind, wird dieser Effekt noch verstärkt.
Neben dem Ladezustand, auch „SOC“ genannt („State of Charge“), ist daher ebenfalls wichtig zu wissen:
- Wie viel aktive Masse steht der Batterie noch zum Speichern der Energie zur Verfügung?
- Wie schnell wird die Batterie nach einer Teilentladung wieder aufgeladen?
Mit vielen Batterietestern lassen sich beide Fragen nicht exakt beantworten, da sie ausschließlich den Kaltstartstrom (CCA) ermitteln. Restkapazität (Ah) und Ladungsaufnahme (CA) lassen sich mit diesen Batterietestern nur indirekt und ungenau bestimmen.
Empfehlung der Werkstatt
Die Interpretation des Testergebnisses ist bei einer Start-Stopp-Batterie schwieriger als bei einer konventionellen Starterbatterie.
Dies gilt insbesondere bei Verwendung eines Testgeräts, mit dem keine Leitwertmessung möglich ist, oder bei Batterietestern, bei denen kein passender Testalgorithmus für die neue Batterietechnologien wie AGM oder EFB implementiert ist.
Die Anzeige „Batterie okay“ weist dann scheinbar auf eine Batterie mit gutem Gesundheitszustand hin. Oftmals ist aber offensichtlich, dass sich die Batterie dem Ende ihrer Nutzungsdauer nähert.
Bei einem Testergebnis das nicht zweifelsfrei „Batterie Okay“ aussagt, sollte bei Start-Stopp-Batterien zur besseren Interpretation des Testergebnisses weitere Einflussfaktoren berücksichtigt werden. Wie z.B.
- Alter der Batterie (Leistungsverlust aufgrund von Alterungseffekten)
- Fahrleistung des Fahrzeuges mit der Batterie (Verschleiß der Batterie im Betrieb)
- Vorherige Tiefentladung oder lange Standzeit ohne Erhaltungsladung (Schädigung der Batterie)
- Subjektive Wahrnehmung des Fahrers oder der Fahrerin – z.B. weniger Start-Stopp-Momente als früher. Hier regelt das Batterie-Management-System (BMS) des Fahrzeugs bereits die Beanspruchung der Batterie herunter, um die Batterie zu schützen. Ein Zeichen, dass es höchste Zeit für einen Wechsel ist.