Hallo zusammen,
ich brauche mal eure Einschätzung zu einem sehr spezifischen Fall, der mir gerade gewaltig Bauchschmerzen bereitet.
Fahrzeug: Opel Grandland X (1.2 PureTech, BJ 2017)
Vorgeschichte / Reparaturauftrag: Der Wagen wurde aus eigener Kraft und ohne jegliche Fehlermeldung/Öldrucklampe in eine freie Werkstatt gefahren. Zuvor wurde bei einem Termin festgestellt, dass die Wasserpumpe defekt ist, was den erhöhten Verlust erklärte und dass der Riemen fällig ist, was mir eh klar war. Beauftragt war der klassische Wechsel von Zahnriemen und Wasserpumpe inkl. Säubern der Ölwanne / Ölsieb (wegen des bekannten Abrieb-Themas beim Zahnriemen im Ölbad).
Was die Werkstatt gemacht hat:
- Zahnriemen und Wasserpumpe wurden erneuert.
- Ölwanne wurde abgenommen, Ölwanne und Sieb wurden gereinigt.
- Alles wurde wieder zusammengebaut.
- Sämtliche Flüssigkeiten aufgefüllt.
Das Problem beim Erststart in der Werkstatt: Beim ersten Probelauf nach der Reparatur wurde Zitat Werkstattmeister "Der Motor immer lauter". Daran habe man erkannt, dass der Motor keinen Öldruck aufgebaut hat. Bei der anschließenden Fehlersuche hat die Werkstatt festgestellt, dass die Kette der Ölpumpe heruntergesprungen war. Durch diesen Probelauf ohne Öldruck haben nun wohl die Nockenwellenversteller Schaden genommen bzw. sich verstellt. Der Chef (nicht der Meister) meinte zwar, die Kette sei schon recht locker gewesen, aber fakt ist: Ich bin ohne Öldruckprobleme auf den Hof gefahren – die Pumpe hat bis zur Demontage definitiv angetrieben.
Meine Fragen an euch:
- Ist es technisch überhaupt denkbar, dass eine (evtl. gelängte) Ölpumpenkette beim reinen Reinigen der Ölwanne/Sieb oder durch Vibrationen/Verschleiß von allein abspringt, OHNE dass ein Montage- bzw. Prüffehler vorliegt?
- Gehört die Sichtprüfung des Kettentriebs der Ölpumpe nicht zum Pflichtprogramm, bevor man die Ölwanne wieder verschraubt und den Motor erstmals startet?
- Handelt es sich hier eurer Meinung nach um ein grobes Versäumnis / einen Handwerkerfehler des Monteurs (Kette bei den Arbeiten versehentlich gelockert/ausgehebelt und vor dem Start nicht kontrolliert)?
- Wie würdet ihr an meiner Stelle bezüglich der entstandenen Folgeschäden (Nockenwellenversteller, zusätzliche Arbeitszeit etc.) gegenüber der Werkstatt argumentieren? Ich soll nun natürlich für alle weiteren Arbeiten und Materialien zahlen, was ich bis zur Klärung ehrlich gesagt nicht einsehe.
- Welche weiteren Schäden können durch den Probelauf ohne Öldruck entstanden sein (Kolben etc.)? Es ist bisher nicht bekannt, wie lange der Motor ohne Öldruck überhaupt weiter lief.
Der Riemen war zwar tatsächlich extrem spröde und fällig, aber dass ich jetzt für Folgeschäden aufkommen soll, die durch den Testlauf ohne Öldruck entstanden sind, schmeckt mir verständlicherweise überhaupt nicht.
Der Chef versucht jetzt zu argumentieren, man hätte gesehen, dass vor nicht allzu langer Zeit bereits jemand an der Ölwanne war, diese also schon mal abmontiert wurde. "Man wisse ja nicht, ob da was verhunzt wurde". Aber dennoch ist der Wagen ja bis dato ohne Öldruck Probleme gelaufen. Das jetzt einfach einer fiktiven anderen Werkstatt in die Schuhe zu schieben klingt nach Strategie.
Wäre für eine kurzfristige Einschätzung sehr dankbar, da ich später einen Anruf mit Kalkulation der weiteren Reparatur konfrontiert werde, die ich gerne entsprechend bewerten würde.
Vielen Dank schon mal für eure ehrlichen Einschätzungen und Erfahrungen!
VG Marc